Die aktuelle Print-Ausgabe | 198./199. Folge | November 2018:

Bodenrecht – Europa – Weltwirtschaft – Wachstum?

Dirk Löhr: Boden – die verkannte Umverteilungsmaschine
Wolfgang Freitag und Max Danzmann: Die Wirtschaftspolitik Deutschlands zwischen Markt, Wettbewerb und Sozialprinzip am Beispiel ausgewählter Themen
Jörg Gude: Für eine Anpassung gesetzlicher Zinssätze an die anhaltende Niedrigzinsphase
Stefan Padberg: Europa neu denken und gestalten
Thomas Betz: Europa und die Welt: Keynes‘ Bancor-Plan als Grundlage für einen friedlichen Welthandel
Edoardo Beretta: Paul Davidson und die Reform der internationalen Währungsordnung: eine Argumentation nach der Finanzkrise von 2008
Niko Paech: Grünes Wachstum als Irrweg
Personalie Eckhard Behrens | Berichte

REZENSIONEN   
Jörg Bibow & Heiner Flassbeck: Das Euro-Desaster – Wie deutsche Wirtschaftspolitik die Eurozone in den Abgrund treibt (Johann Walter)
Kate Raworth:
Die Donut-Ökonomie – Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört (Helmut Woll)
Andrew Sayer:
Warum wir uns die Reichen nicht leisten können (Christoph Körner)
Ann Pettifor:
Die Produktion des Geldes – Ein Plädoyer wider die Macht der Banken (Ferdinand Wenzlaff)
Susanna Fassbind:
Zeit für Dich – Zeit für mich: Nachbarschaftshilfe für Jung und Alt (Eva-Maria Hubert)
Christina von Hodenberg:
Das andere Achtundsechzig – Gesellschaftsgeschichte einer Revolte (Alwine Schreiber-Martens)
Michael Klein:
Friedrich Wilhelm Raiffeisen – Christ, Reformer, Visionär (Christoph Körner)

> Die Printausgabe 200 erscheint im Mai 2019:
Zukunft des Bargeldes – Abschaffung oder Reform?  (Arbeitstitel)

Die Zeitschrift für Sozialökonomie ...

... wurde 1964 von einem Kreis von Kritikern der neoklassischen Standardökonomie gegründet, die frühzeitig erkannten, dass das westdeutsche ‚Wirtschaftswunder’ nicht von Dauer sein würde. Im Gegensatz zum neoklassischen Axiom, wonach das Geld neutral sei, sahen sie gerade in der Nicht-Neutralität des Geldes die wesentliche Ursache für die ungerechte Verteilung der Einkommen und Vermögen sowie für die Vermachtung und Krisenanfälligkeit kapitalistischer Marktwirtschaften.
   Statt die Funktionsmängel des Geldes im Sinne eines keynesianischen deficit spending kompensieren zu wollen oder sie nach Art der monetaristischen Geldmengensteuerung weiterhin zu ignorieren, hat es sich die Zeitschrift für Sozialökonomie seitdem zur Aufgabe gemacht, den alternativökonomischen Gedanken einer Neutralisierung des Geldes wissenschaftlich zu begründen und damit zur Entwicklung von Grundlagen einer nicht nur freiheitlichen und effizienten, sondern auch gerechten und friedlichen Wirtschaft beizutragen. Zu diesen Grundlagen gehört auch die Überzeugung, dass der Boden und die übrigen natürlichen Ressourcen Gemeinschaftsgüter der Menschheit sind und dass bei aller Freiheitlichkeit und Effizienz der Nutzung allen Menschen ein Grundrecht auf eine gleiche Teilhabe an diesen natürlichen Lebensgrundlagen zugestanden werden muss.
   Die Zeitschrift für Sozialökonomie versteht sich als ein offenes Forum für die Suche nach den ordnungspolitischen Grundlagen einer „Marktwirtschaft ohne Kapitalismus“, in der die Konjunktur stabilisiert, Vollbeschäftigung erreicht, arbeitsloses Einkommen durch Überwindung der Kapitalknappheit und damit des Zinses beseitigt und der Wettbewerb von mono- und oligopolistischen Vermachtungen befreit wird. Nach dem Niedergang des kommunistischen Sowjetimperiums und dem vorläufigen Sieg des westlichen Kapitalismus im Wettkampf der Systeme wird es angesichts der unübersehbaren Schattenseiten der ‚neoliberalen’ Epoche einer ungeordneten Privatisierung und der ebenso unübersehbaren ökologischen Grenzen der Wirtschaftsentwicklung immer dringender, Alternativen zum ökonomischen Mainstream zu suchen und hierüber einen Dialog mit anderen wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen KritikerInnen des Mainstreams zu pflegen.

Herausgegeben wird die Zeitschrift für Sozialökonomie von der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung in Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft 1950 e.V.

Redakteur ist Dipl.-Ökonom Werner Onken. Zu den MitarbeiterInnen gehören Ass.jur. Fritz Andres, Eckhard Behrens, Dr. Edoardo Beretta, Dipl.-Kfm. Thomas Betz, Beate Bockting, Helmut Creutz (†), Dr. Max Danzmann, Dr. Dieter Fauth, Prof. Dr. Roland Geitmann (†), Dr. Hugo Godschalk, Dipl.-Vw. Ass.jur. Jörg Gude, Dr. Eva-Maria Hubert, Dr. Christof Karner, Prof. Dr. Margrit Kennedy (†), Dr. Christoph Körner, Dr. Ulrich Kriese, Prof. Dr. Dirk Löhr, Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen, Prof. Dr. Gerhard Senft, Dipl.-Math. Alwine Schreiber-Martens, Dr. Hans-Günter Wagner, Prof. Dr. Johann Walter, Dipl.-Kfm. und Dipl.-Volksw. Ferdinand Wenzlaff, Dr. Helmut Woll u.a.

Unsere Grundsätze

Gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Erkenntnisgewinn wird bislang noch vielfach durch mächtige Gruppeninteressen und in zunehmendem Maße auch durch rechts- und linksextremistische Ideologien fehlgeleitet. Im Gegensatz dazu haben sich die MitarbeiterInnen der Zeitschrift für Sozialökonomie das Ziel gesetzt, ordnungspolitische Grundlagen für eine sozial- und umweltverträgliche Marktwirtschaft sowie für eine freiheitliche Demokratie zu erarbeiten. Sie bekennt sich zu den Grundsätzen:
-  der Respektierung der gleichen Würde und Rechte aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe und Religion,
-  der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit im Rahmen der Verantwortung eines jeden Menschen für sich und die Allgemeinheit,
-  des Eigentums an selbst erarbeiteten Gütern,
-  einer freien, weder durch Monopole und Machtinteressen noch durch protektionistische Schranken verfälschten Marktwirtschaft,
-  der Achtung vor der natürlichen Mitwelt,
-  der Verständigung zwischen Menschen und Völkern in einer weltoffenen Zivilgesellschaft,
-  des Strebens nach innerem und äußerem Frieden.